Skip to main content

Die 15 größten Mythen zum Thema Harn-Inkontinenz

1

Zu viel trinken verursacht Inkontinenz

Das ist nicht richtig. Richtig ist vielmehr, dass derjenige, der viel trinkt, auch in der Regel häufiger auf die Toilette muss. Allerdings ist es sehr unwahrscheinlich, dass dadurch eine Inkontinenz verursacht wird. Wer zu wenig trinkt, riskiert dagegen einen Infekt der Harnwege, weil die Blase und die Nieren zu wenig durchgespült werden.

2

Es ist normal, beim Heben, Husten oder Niesen Harn zu verlieren

Als „normal“ wird das bezeichnet, was man als solches akzeptiert. In unseren Augen ist es aber falsch zu behaupten, es sei normal beim Heben, Husten oder Niesen Harn (auch wenn es nur ein paar Tröpfchen sind) zu verlieren. Wenn es tatsächlich normal wäre, dann hätte jeder Mensch fast ständig damit zu tun. Das ist aber bei Weitem nicht so.

3

Blasenschwäche ist kein so häufig auftretendes Problem

Das stimmt leider nicht. Richtig ist, dass in Deutschland ca. 9 Millionen Menschen unter Blasenschwäche (Harninkontinenz) leiden. Weltweit schätzt man die Zahl auf über 200 Millionen Menschen. Die tatsächlichen Zahlen sind wahrscheinlich noch höher, da es ein sehr schambesetztes Thema ist und nur ein Bruchteil der Betroffenen einen Arzt aufsucht, oder sich im Sanitätshaus beraten lässt.

4

Wenn ich weniger trinke, muss ich weniger oft zur Toilette

Die richtige Menge zu trinken wird bei Inkontinenz sehr häufig unterschätzt. Viele Betroffene sind überzeugt, dass sie einfach versuchen sollten, weniger zu trinken und dass damit der Harndrang in Grenzen zu halten ist. Leider ist genau das Gegenteil der Fall: Durch die wenige Trinkmenge ist der Harn sehr konzentriert und reizt die Blase, so dass das Gefühl des Harndrangs und damit die Symptome der Inkontinenz noch verstärkt werden.

5

So ist es halt, damit muss ich einfach leben

Das stimmt ganz und gar nicht. Wirklich richtig ist, dass eine Inkontinenz sehr viele verschiedene Ursachen haben kann und daher auch mit unterschiedlichsten Therapien zu behandeln ist. Eine wirkungsvolle Behandlung ist daher in sehr vielen Fällen möglich. Wir empfehlen Ihnen die eigene Scham zu überwinden und sich umgehend ärztliche Hilfe zu holen. Sie werden feststellen, dass Sie nicht allein sind und dass Ihr Hausarzt sehr wohl Rat weiß.

6

Bei einer Inkontinenz-OP wird die Gebärmutter entfernt

Das kann man so nicht sagen. Richtig ist, dass in manchen Fällen nur eine Operation
hilft, die Inkontinenz in den Griff zu bekommen. Viele dieser OPs sind zudem sogenannte minimalinvasive Eingriffe, die nicht länger als 20 Minuten dauern und nur manchmal eine Vollnarkose benötigen. Außerdem ist die Operationstechnik heute soweit fortgeschritten, dass die Entfernung der Gebärmutter nicht mehr notwendig ist.

7

Mit Inkontinenz haben nur Frauen zu tun

Auch das stimmt so nicht. Richtig ist vielmehr, dass das Problem der Harninkontinenz zwar bei Frauen ausgeprägter ist, aber dass Männer auch häufig mit Inkontinenz zu tun haben. Im Alter ist der Anteil der Männer, die unter Inkontinenz leiden, fast gleich hoch wie bei den Frauen. Harninkontinenz kann unter anderem die Folge einer Prostata-Operation sein.

8

Das ich mehrfach nachts auf Toilette muss ist vollkommen normal

Das ist definitiv nicht richtig so. Richtig ist viel eher, dass wir nachts im Bett liegen, um zu schlafen und Körper und Geist zu erholen. Wenn Sie trotzdem das Gefühl haben, dass Sie mehrmals in der Nacht auf die Toilette müssen, spricht man von einer sogenannten Nykturie. Diese kann verschiedenste Ursachen haben und diesen sollten Sie mit Hilfe Ihres Arztes auf den Grund gehen.

9

Inkontinenz tritt nur bei älteren Menschen auf

Auch diese Aussage trifft so nicht zu. Richtig ist, dass mit höherem Alter die Wahrscheinlichkeit, an Inkontinenz zu leiden, deutlich zunimmt. Doch auch junge Menschen können bereits unter Inkontinenz leiden. Nach neueren Studien sind zwischen 20 bis 36 % aller über 40-jährigen betroffen. Bei den über 80-jährigen sind es zwischen 40 bis 50 %. 

10

Beim Sport trainiere ich automatisch den Beckenboden

Das ist leider falsch. Richtig ist, dass es sogar Übungen beim Sport gibt, die den Beckenboden schwächen und damit das Gegenteil bewirken (wie zum Beispiel die sehr beliebten Situps). Das Beckenbodentraining erfordert gezielte und genau für diese Region des Köpers abgestimmte Übungen. Schauen Sie sich dazu unseren Link: „Einfaches Beckenbodentraining – Hilfe gegen Blasenschwäche“ an.

11

Die Ursache ist häufig eine zu kleine Blase

Das stimmt so nicht. Richtig ist hier, dass die Größe der Blase in den meisten Fällen nichts mit der Inkontinenz zu tun hat. Die Blase ist bei jedem Menschen unterschiedlich groß. Durchschnittlich nimmt sie zwischen 300 und 500 ml Urin auf. Häufig ist eine schwache Blasenmuskulatur die Ursache für den Urinverlust. Wie Sie dazu Hilfestellung bekommen können, erfahren Sie in ihrem Sanitätshaus: Hier finden Sie das Sanitätshaus in ihrer Nähe.

12

Männer haben keine Beckenboden

Das ist nun wirklich nicht richtig. Richtig ist, dass bei Männern der Beckenboden ebenso wie bei Frauen zur Stabilisierung der Wirbelsäulenmuskulatur dient. Darüber erfüllt er die wichtige Funktion, dass sich der Penis aufrichtet. Der Beckenbogen ist also sehr wichtig. Und ganz nebenbei bemerkt:  Die Wirksamkeit von Viagra liegt bei Erektionsproblemen bei ca. 74 %, während Sie mit regelmäßigen Beckenbodentraining eine Wirksamkeit von 80 % - ohne Kosten und Nebenwirkungen - erreichen können. Schauen Sie sich dazu unseren Link an: „Einfaches Beckenbodentraining – Hilfe gegen Blasenschwäche“.

13

Wenn es tröpfelt, helfen Ihnen Monatsbinden

Auch das stimmt leider nicht. Richtig ist, dass Monatsbinden für einen ganz bestimmten Zweck gemacht sind, um das Blut während der Menstruation aufzunehmen. Der Urin ist viel dünnflüssiger als Blut und im Falle einer Blasenschwäche ist die Menge, die austritt, häufig sehr viel größer. Spezielle Inkontinenzbinden bestehen aus besonderen Materialien, um den Urin aufzunehmen und vor einer Geruchsbelästigung zu schützen. Außerdem sind die Binden entsprechend der Anatomie für Männer und Frauen unterschiedlich gearbeitet. Am besten lassen Sie sich im Sanitätshaus beraten. Hier finden Sie das Sanitätshaus in Ihrer Nähe.

14

Wenn ich den Po anspanne, trainiere ich automatisch den Beckenboden

Nun ganz so einfach ist es nicht. Zum einen ist die Beckenmuskulatur völlig unabhängig von der Gesäßmuskulatur. Und zum anderen ist der Beckenboden aus drei Schichten Muskulatur aufgebaut, die durch die verschiedenen speziellen Beckenbodenübungen unterschiedlich trainiert werden. Schauen Sie dazu auf unseren Link: „Einfaches Beckenbodentraining – Hilfe gegen Blasenschwäche“.

15

Meine Einlagen muss ich selbst bezahlen

Das glauben sehr viel Betroffene. Richtig ist, dass Sie sich diese speziellen Inkontinenzbinden vom Arzt auf Rezept verschreiben lassen können. Sie bekommen die Spezialbinden dann mit dem Rezept in Ihrem Sanitätshaus kostenfrei oder mit einer kleinen Zuzahlung. Da nicht jede Krankenkasse die gleichen Leistungen hat, fragen Sie entweder bei Ihrer Krankenkasse nach oder lassen Sie sich im Sanitätshaus unverbindlich fachlich beraten.